5 wertvolle Werkzeuge wie du deine Widerstandsfähigkeit stärkst

Willst du Gefühle der Überforderung und negative Gedanken überwinden?

Möchtest du mit Herausforderungen gelassener umgehen können?

Hast du das Gefühl nicht gut genug zu sein?

Dann bist du hier genau richtig!

 

 

Im letzten Blogbeitrag habe ich eine Serie gestartet, in der du wertvolle Werkzeuge kennen lernst, mit denen du deine Resilienz trainieren kannst. Da die Resilienz eine direkte Verbindung zur menschlichen Psyche hat, ist sie, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, ein Teil unseres Selbst. Daher lohnt es sich dieses Thema genauer zu beleuchten.

Resilienz bezeichnet die seelische Widerstandskraft, die Menschen befähigt, Krisen nicht nur zu überwinden, sondern gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Krisen sind nicht nur schicksalhafte Katastrophen, sondern auch der ganz alltägliche Stress, der Menschen heute oft in einen Burn-Out treibt.

Resilienz kann auch als das Immunsystem der Seele bezeichnet werden.

Dazu gehört z. B. Trauer zuzulassen und dabei nicht in Resignation, Depression oder Suchtverhalten zu verfallen, sondern Kraft und Selbstvertrauen zu finden, weiterzumachen:

Menschen, die über eine hohe Resilienz („Stehaufmännchen-Kompetenz“) verfügen, können das.

Doch welche Eigenschaften haben resiliente Menschen und welche Strategien nutzen sie, die andere Menschen nicht haben. Den Widrigkeiten des Lebens zu trotzen ist für alle Menschen ein dynamischer, fortlaufender Lernprozess, denn regelmäßig oder gelegentlich auftretende Krisen sind oft schwer zu verarbeiten.

Wie wir im letzten Blogbeitrag gesehen haben, sind Selbstwirksamkeit (das Gegenteil von Opfermentalität), Optimismus, Lösungsorientierung und Akzeptanz Schlüsselmerkmale, die nicht angeboren sind, sondern sich trainieren lassen.

Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass Resilienz erlernbar ist.

Das ist eine gute Nachricht!

Widerstandsfähigkeit zu erlernen, ist in Corona Zeiten wichtiger denn je. Denn ein großer Wandel steht unmittelbar bevor bzw. hat bereits begonnen.

Werfen wir daher heute wieder einen Blick in den Werkzeugkasten und schauen uns das erste Werkzeug und praktischen Anwendungsmöglichkeiten genauer an.

Vieles davon kannst du in Eigenregie üben und umsetzen.  Was für dich am wirksamsten ist, hängt von deiner persönlichen Situation, deiner Lebensgeschichte, deinen Erfahrungen und deiner momentanen psychischen und physischen Verfassung ab.

Spüre hinein und nutze das, was sich für dich jetzt richtig anfühlt.

Alle Übungen gleichzeitig zu machen, ist nicht hilfreich. Das überfordert dein Unterbewusstsein und führt eher zum Widerstand als zum Erfolg.

Daher stelle ich nun in den nächsten Beiträgen die einzelnen Werkzeuge Schritt für Schritt vor.

Werkzeug Nr. 1: Kümmere dich um dein eigenes Wohlbefinden

 

Foto von Chelsea shapouri auf Unsplash

Gemeint ist hier sowohl das psychische als auch das physische Wohlbefinden.

Diese beiden Instanzen sind untrennbar miteinander verbunden.

Im Allgemeinen folgt der Körper dem Geist. Bist du aufgrund einer Herausforderung, einer aktuellen Krise oder ganz banal wegen alltäglichem Stress nicht auf der Höhe, wird auch dein Körper Stresshormone ausschütten, schlapp sein, andere Symptome zeigen und/oder anfällig für Krankheiten und Infektionen werden.

Leidest du an einer Krankheit oder körperlichen Problemen, beeinflusst das wiederum die Psyche. Bist du erst einmal angeschlagen, ist es deutlich mühsamer, zuversichtlich und positiv in die Welt zu schauen. Wird hier nicht schnell Abhilfe geschaffen, ist es leicht in einen Teufelskreis zu geraten.

  • Belastungen und Stressoren reduzieren

    Daher ist es wichtig Belastungen zu senken, Stressoren zu vermindern bzw. abzustellen. Dazu gehören beispielsweise:-das Reduzieren von Überstunden reduzieren,
    – Einschränkung der ständigen Erreichbarkeit: (Schalte Handy, Computer zu bestimmten Zeiten konsequent aus),
    – Nachrichten einmal ausschalten
    – Konsum von Negativschlagzeilen beenden
    – stundenlanges Fernsehen und Surfen im Internet reduzieren,
    – dich von negativen, jammernden Menschen fernhalten.Sieh dich in deinem Leben um, was tut dir nicht gut? Reduziere es oder beende es ganz. Es ist dein Leben, übernimm die Verantwortung.
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  • Trainiere deinen Geist und achte auf deine Gedanken
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    Tritt eine unvorhergesehene Herausforderung oder ein Stressor auf, liegt das meist außerhalb unserer Kontrolle.Nervige Chefs und Arbeitskollegen, unvorhergesehen Arbeitsspitzen, die zu Überstunden führen oder der alltägliche Stress treten auf und wir können manchmal nichts dagegen tun. Reduziere und vermeide Belastungen, wo es möglich ist. Prüfe also, was du kontrollieren kannst und ändere es.Logo Mind & Joy Hypnose Therapie München

    Ist das nicht möglich, ist das Zauberwort „Akzeptanz“.

    Was wir dann trainieren können ist, wie wir damit umgehen. Wir können nicht verhindern, das negative Gedanken in uns auftauchen. Doch wenn wir Gedanken ständig füttern, die uns wütend, ärgerlich oder traurig machen, fügen wir uns selbst den größten Schaden zu.

    Es gibt genügend Menschen, die diese Negativität den ganzen Tag in sich hin und her bewegen, bei jeder Gelegenheit, die sich bietet darüber sprechen und so das negative Erlebnis auf den ganzen Tag, die ganze Woche, Monate bzw. ihr Leben ausdehnen. Das ist selbst gemachter Stress, führt zu einem traurigen, freudlosen Leben, macht krank und schwächt die Widerstandskraft.

    Wenn du bemerkst, dass du negative Gedanken nicht aus dem Kopf bekommst, ist Vorsicht angesagt.

    Wenn du von vielen Dingen getriggert wirst und du oft gestresst bist, dann ist das ein Alarmzeichen.

    Zu sagen, denke einfach positiv, ist zu einfach und naiv.

    Doch du kannst, deine Gedanken bemerken und deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.

    Negative Gedanken führen zu schlechten Gefühlen und sorgen dafür, dass es dir nicht gut geht.

    Und dein Verstand hat die Tendenz aus jeder kleinen Mücke einen Elefanten zu machen. (Neustart für den Kopf) 

    Nimm deine Gefühle wahr. Denn sie sind das Tor zu deiner Seele. Gefühle, die du häufig erfährst, sind in dir bereits vorhanden und wollen dir etwas sagen. Das Außen ist nur der Auslöser bzw. Trigger.

    Gib diesem Gefühl den Raum und die Aufmerksamkeit, die sie brauchen, um ungehindert verarbeitet werden zu können. Dazu brauchst du Ruhe und Achtsamkeit.

    Gehe in den Dialog mit dem Gefühl und frage es, warum du z.B. so traurig, wütend oder ärgerlich bist. Hier liegt eine Chance etwas über dich selbst zu lernen.

    Hast du die Ruhe dazu gerade nicht, dann ärgere dich, 5 Minuten intensiv und ausgiebig, rauf dir die Haare und dann richte deine Aufmerksamkeit auf etwas, dass dir Freude bereitet und dir gut tut.Beides erfordert Achtsamkeit und Übung.Du willst lieber dem Anderen, der Situation oder den Umständen die Schuld geben? Dann hast du gerade alle deine Macht und Selbstwirksamkeit an das Außen abgegeben und dich zum Opfer erklärt. Das ist Selbstsabotage und das Gegenteil von Resilienz.

    Und nein, eine Tafel Schokolade, eine Tüte Chips, eine Flasche Wein, die Nachrichten mit ihren nächsten Katastrophenmeldungen oder Ähnliches tut dir nicht gut.

    Das ist eine weitere Form der Selbstsabotage.

    Finde etwas, dass dir wirklich richtig gut tut und dein Herz erfreut.

    Wenn du bereits sehr niedergeschlagen bist, hol dir professionelle Unterstützung bei einem Therapeuten oder Coach.
    Es gibt Situationen, das kann man sich nicht selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen.

  • Fokus auf das Positive richten.

    Den Fokus gezielt auf das Positive und das, was gut in deinem Leben ist, zu richten, ist ein wichtiges Werkzeug, wenn es um die Stärkung deiner Widerstandsfähigkeit geht.

    Nimm jeden Tag bewusst wahr, was gut und stärkend in deinem Leben ist und wofür du dankbar bist und verbinde dich mit dem Gefühl, das es in dir hervorrufen. (Die Magie der Dankbarkeit)

    Deine schöne Wohnung, der duftende Kaffee am Morgen, dein fürsorglicher Partner, deine Kinder, das interessante Buch, das du gerade liest, deine Freunde, die dich unterstützen, die Sonne, die scheint.

    Rufst du dir das immer wieder bewusst ins Gedächtnis, wird dies mit der Zeit ein wirkungsvolles Gegengewicht zu den Herausforderungen und den Stressoren in deinem Leben darstellen.

    In jeder Krise oder herausfordernden Situation gilt: Nicht alles ist schlecht.Lerne trotz Stress und Herausforderungen, das Positive zu sehen und richte deine Aufmerksamkeit dort hin.Das gibt dir Kraft zurück.
  • Wohltuende, gesundheitsfördernde Aktivitäten fördern.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt der Resilienz ist deine körperliche Fitness.Bist du krank, dann bist du nicht so widerstandsfähig, wie du sein könntest. Erstelle dir einen persönlichen Fitnessplan, den du regelmäßig absolvierst. Finde etwas, das zu dir passt und sich leicht in deinen Alltag integrieren lässt.



    Wenn du bisher in dieser Richtung nichts oder wenig gemacht hast, fange mit ganz kleinen Einheiten an und überfordere dich nicht. Pflege ein Hobby, dass deine Seele nährt – gleichgültig, ob es Klavier spielen, Gartenarbeit oder lesen ist.Ernähre dich bewusst und gesund mit natürlichen Lebensmitteln, streiche Junk-Food, Süßigkeiten, Alkohol und Tabak möglichst aus deinem Speiseplan. Schlafe ausreichend, gönne dir tagsüber zwischendurch Ruhepausen.

    Aktivitäten zur Stressregulation wie Yoga, Qigong, Meditation, Autogenes Training oder Selbsthypnose sind extrem hilfreich, um deine mentale Fitness zu steigern.
  • Verlässliches stabiles Umfeld aufbauen.

    Resiliente Menschen verfügen über ein stabiles, gut funktionierendes soziales Netzwerk. Dazu gehören in erster Linie verlässliche Freunde, verlässliche Familienmitglieder, gelegentlich Arbeitskollegen.

    Wie mehrfach erwähnt, sind hiermit nicht Social-Media-Freunde Denn genau auf die kannst du dich nicht verlassen. Die klappen einfach ihren Laptop zu, wenn ihnen danach ist. Nachweislich ist die Zahl einsamer Menschen in Zeiten von Social Media dramatisch gestiegen. Die irrige Annahme vieler Social Media Nutzer, dass sie hier Freunde hätten, verhindert, dass sich auf wirkliche Beziehungen einlassen.

    Verlässliche Freunde und Familienmitglieder haben Zeit für dich, sind für dich da, lachen und weinen mit dir, suchen mit dir nach Lösungen und nehmen dich gelegentlich oder öfter auch in den Arm. Und du tust das Gleiche für sie.

    Zu stabilen Beziehungen gehört unbedingt die Verlässlichkeit. Menschen, die nur aufkreuzen, wenn ihnen gerade danach ist, sind nicht verlässlich. Schau dich mal in deinem persönlichen Umfeld um: Auf wen kannst du dich wirklich verlassen?

    Solltest du dich selbst dabei ertappen, unzuverlässig zu sein, arbeite daran dies zu ändern. Sonst wird es sehr schwer für dich, über längere Zeit stabile nährende Beziehungen aufzubauen.

    Pflege die Kontakte zu positiven Menschen in deinem Umfeld. Schau dir an, welche Freundschaften du vertiefen und weiter entwickeln möchtest.

    Das erfordert Zeit und Geduld. Enge Verbindungen entstehen nicht einfach über Nacht. Wie alles, was wirklichen Wert hat, ist auch hierfür dein Einsatz notwendig.

    Genauso wichtig ist es, klar zu erkennen, welche Menschen in deinem Umfeld dir nicht gut tun. Hast du das klar erkannt, ist es angebracht auf Distanz zu gehen, die Kontakthäufigkeit zu verringern bzw. den Kontakt zu beenden.

    Stellst du fest, dass du nur sehr wenige, enge Kontakte hast, dann ist es an der Zeit auf die Suche zu gehen.

    Eine weitere wichtig Kompetenz resilienter Menschen ist die Empathie, das heißt, sie können sich besser in andere Menschen einfühlen. Sie hören gut zu und hinterfragen, wie sich das Gegenüber in der Situation wohl fühlt.

    Lerne dem Anderen zuzuhören und bringe dich aktiv in das Gespräch ein. So kannst du Freundschaften und Beziehungen stärken und ausbauen.

 

In meinem nächsten Beitrag schauen wir uns Werkzeug Nr. 2 an.

Bis dahin – bleib gesund!

Herzlichst,

Anne

Dein Kontakt zu mir

Anne Lissmann

Heilpraktikerin für Psychotherapie – Hypnosetherapeutin – Rapid Transformational Therapist

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnosetherapeutin begleite ich meine Klientinnen auf ihrem individuellen Weg zur Resilienz. Ich unterstütze sie dabei, dem raschen Wandel im modernen Leben, der Arbeitswelt widerstandsfähig (resilient), flexibel und mit einer lösungsorientierten Haltung zu begegnen.

Beitragsbild von Jernej Graj auf Unsplash

 

 

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