Wenn du die Antwort gleich liest, wird dein erster Gedanke vielleicht sein „Ach ….. das ist doch keine große Sache…“, weil fast jeder es tut und es nicht so wichtig erscheint. Doch es beeinflusst alle Gebiete deines Lebens ganz besonders dann, wenn es ein chronisches Verhalten wird.

Wer ist also der Killer Nr. 1 deiner Träume? Mit welchem Gegner hast du es zu tun?

Es ist die Prokrastination – auch „Aufschieberitis“ genannt.

Nicht das, was du erwartet hast oder?

Ich verstehe das. Ich kenne das von mir selbst.

Der springende Punkt ist der, alle machen es, oft machen wir Witze darüber und übersehen dabei, wie häufig wir es tun und welchen Preis wir dafür zahlen.

 


Prokrastination ist eine der häufigsten und tödlichsten Krankheiten. Ihre Auswirkungen auf Erfolg und Glücklichsein ist enorm.

Wayne Gretzky, kanadischer Eishockeyspieler


 

Eine Studie in YouGov hat kürzlich aufgezeigt, dass der Durchschnittsmensch in Großbritannien mehr als 3,5 Stunden täglich damit verbringt, Dinge aufzuschieben und aufaddiert ergibt das 55 Tage verlorene Zeit im Jahr.

Verblüffend oder? Und ich denke, das gilt nicht nur für die Briten.

Daher widme ich diesen Blogbeitrag der Prokrastination auch Aufschieberitis genannt. Ich wette, dass dir sofort das eine oder andere einfällt, dass du schon eine Weile vor dir herschiebst. Habe ich recht?

Dr. Timothy Pychl, Psychologe an der Carlton University in Ottawa, Canada, definiert Prokrastination kurz und knapp wie folgt: “Prokrastination ist das Aufschieben einer Aufgabe auf später, obwohl du bereits weißt, dass es für dich von Nachteil sein wird.“

Eine Pause zu machen, um sich aufzuruhen und anschließend produktiver arbeiten zu können ist somit keine Prokrastination, während das Aufschieben deiner Steuererklärung, das zum Versäumnis des Abgabetermins und Einbußen von Steuervorteilen führt ein Beispiel von Prokrastination ist.

Hast du große Pläne, kannst dich aber nicht dazu aufraffen, an deinen Zielen zu arbeiten, sondern liegst lieber auf dem Sofa und bedauerst dich selbst? Wenn du das lange genug gemacht hast, bist du selbst davon überzeugt, dass du einfach so bist und dich niemals ändern wirst. Glaub mir – ich kenne das. Doch wenn du einmal verstanden hast, wie unser Gehirn arbeitet, dann weißt du, dass auch das nur eine Gewohnheit ist, die neu erlernt werden kann.

Daher möchte ich heute 5 Taktiken mit dir teilen, die der Aufschieberitis den Graus machen und dir helfen, deine Ziele zu erreichen, wenn du sie in dein Leben integrierst.

 

1. Mach aus deinem Wunsch eine Notwendigkeit bzw. ein tiefes Bedürfnis

Wollen und notwendig brauchen sind keine Synonyme und daher keine austauschbaren Begriffe. Wenn du etwas einfach nur willst, dann bedeutet es letztendlich, dass es ganz nett wäre, etwas zu haben, du aber auch ganz gut ohne es leben kannst. Das ist nicht genug als Motivation. Um Erfolg zu haben, ist es wichtig, deine Ziele in unverrückbare Notwendigkeiten zu ändern. Identifiziere die Ergebnisse, die du um jeden Preis erreichen willst.


Wer will, findet Wege. Wer nicht will,  findet Gründe
.
– Unbekannt –

 

Foto by Nik auf Unsplash

2. Begeistere dich für das gewünschte Ergebnis – Habe eine Vision!

 

Willenskraft allein wird dich nicht ans Ziel bringen. Denn Willenskraft ist eine endliche Ressource – genau wie der Akku deines Handys. Meist lässt sie im Laufe des Tages mit einsetzender Müdigkeit nach. Um durchzuhalten, wenn dir überhaupt nicht mehr danach ist, brauchst du eine starke Vision, ein klares Bild von dem Ziel, auf das du hinarbeitest. Wenn dein gegenwärtiges Ziel, dich nicht in die Gänge bringt, ändere es! Frage dich, ob es wirklich dein Ziel ist oder du hinter den Ideen anderer herläufst. Wähle etwas, was für DICH von Bedeutung ist.

 

 

3. Mache die Erreichung deiner Ziele zu einem wichtigen Teil deiner Identität

Die meisten Menschen fassen gute Vorsätze zum neuen Jahr und ca. 92 % scheitern schon nach kurzer Zeit daran. Das Problem ist, dass die meisten Menschen sich selbst leicht vom Haken lassen und aufgeben. Für die 8 %, die ihre Ziele erreichen, ist aufgeben keine Option. Sie haben eine klare, nicht verhandelbare Vision und das Erreichen ihrer Ziele zum Teil ihrer Persönlichkeit gemacht. Sie setzen sich ausschließlich Ziele, die für sie wertvoll sind und denen sie sich ganz verschreiben. Alle ihre Gedanken und Handlungen sind auf diese Ziele ausgerichtet.

 

4. Belohne dich, wenn du Schritte in Richtung deines Ziels unternimmst

Gönne dir etwas Gutes oder Schönes, wenn du einen Schritt in Richtung deines Ziels erfolgreich gemeistert hast.

Hierzu eine Warnung: Dich mit schlechten Gewohnheiten zu belohnen, ist keine Belohnung, sondern Selbstsabotage. Es gibt keinen Grund, einen Becher Eiscreme oder eine Tüte Chips leer zu essen. Damit festigst du nur wieder eine schlechte Gewohnheit. Wähle Belohnungen, die dich beim Erreichen deiner Ziele unterstützen. Eine Massage, ein entspannendes Schaumbad, ein schöner Kinofilm, ein gemütlicher Abend mit Freunden, ein Spaziergang. Dir fällt bestimmt etwas ein, dass dir guttut.

 

5. Sei ehrlich mit dir selbst – lerne aus deinen Fehlern

Foto von Casey Horner auf Unsplash

 

Diese Taktik ist mir Vorsicht zu genießen und bedeutet nicht, dass du dich selbst runterputzen sollst. Willst du allerdings besser werden und deine Ziele erreichen, hilft nur schonungslose Ehrlichkeit mit dir selbst.

Wir Menschen sind Meister der Selbsttäuschung. Es gibt niemanden, den wir so oft belügen, wie uns selbst. Wenn du 10 Kilo abnehmen willst und hast dir gerade wieder eine Pizza mit dreifach Käse bestellt, hilft nur Ehrlichkeit mit dir selbst. Das heißt nicht, dass du jetzt in eine Opferhaltung verfällst, indem du dir und anderen erzählst, dass du halt so bist wie du bist und sowieso alles keinen Sinn hat. Das ist das sofortige Aus für alle deine Ziele.
Du hast jetzt einen Fehler gemacht und morgen triffst du wieder bessere Entscheidungen. Nutze deine Fehler ganz einfach als Treibstoff, es beim nächsten Mal besser zu machen.

 

„Niemand kriegt alles beim ersten Mal perfekt hin; was uns alle ausmacht ist, wie wir aus unseren Fehlern lernen.“

– Richard Branson, britischer Unternehmer –

Wenn du diese 5 Taktiken wirklich verstehst und dir die Mühe machst, sie in deinen Alltag zu integrieren, kannst du so ziemlich alles erreichen.

 


Beitragsbild: Foto von Sharon McCutcheon auf Unsplash

Anne Lissmann
Heilpraktikerin für Psychotherapie – Hypnosetherapeutin – Rapid Transformational Therapist

 

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