Hypnose ist ein natürlicher Zustand und kein Mysterium.

 

Viele falsche Vorstellungen und Mythen gehören zur Geschichte der Hypnose. Diese werden munter gefüttert, durch einen generellen Mangel an Verständnis, was Hypnose ist. Hypnose als scheinbar unerklärliches mysteriöses Phänomen, ist, ein irreführendes Bild, das von der Filmindustrie benutzt wird, um zugegebenermaßen manch hochspannenden Film zu produzieren und in den letzten Jahren vermehrt durch die Showhypnose verstärkt wird.

Dieser Blogartikel ist ein Versuch, die Hypnose zu entmystifizieren. Das Interessante ist, bei dem Versuch Hypnose zu erklären, ist es vielleicht das Einfachste zunächst zu erklären, was Hypnose nicht ist.

Viele Menschen verstehen unter Hypnose den Verlust der Kontrolle, ein Zustand, in dem sie zu hilf- und willenlosen Subjekten eines manipulativen Hypnotiseurs/Hypnotiseurin gemacht werden, dessen Befehlen sie dann uneingeschränkt folgen. Jede/r, der schon einmal hypnotisiert wurde weiß, dass sie/er den hypnotischen Zustand jederzeit beenden kann. Solange ein paar grundlegende Prinzipien befolgt werden, ist Hypnose absolut sicher, nebenwirkungsfrei und in vielen Fällen wirkungsvoll und heilsam.

Ganz sicher kannst du nicht in Hypnose oder irgendeinem Trancezustand stecken bleiben. Oder hast du schon mal von jemandem gehört, der in die Notaufnahme gekommen ist und aus Hypnose befreit werden musste.

Der Zustand, der mit Hypnose erreicht wird, unterscheidet sich nicht vom Zustand, der mit geführten Visualisierungen, autogenem Training oder Hilfe anderer tiefer Entspannungstechniken erreicht werden kann. Es sind einfach unterschiedliche Methoden, einen Trancezustand zu erreichen.

 


Therapeutische Trance ist fokussierte Aufmerksamkeit, die auf bestmögliche Weise so gesteuert wird, dass der Patient seine Ziele erreicht.

Milton H. Erickson – Amerikanischer Psychiater & Hypnosetherapeut


 

Hypnose und der REM-Zustand

Früher war Hypnose wirklich ein Mysterium. Übereinstimmung bestand darin: „Wir wissen, das Hypnose funktioniert, aber wir wissen nicht wirklich wie.“ Inzwischen haben wir – u. a. dank der bahnbrechenden Arbeit von Wissenschaftlern wie  Joe Griffin wissenschaftliches Verständnis von Hypnose und ihrer zentralen Rolle instinktive bzw. gewohnheitsmäßiges Verhalten zu beeinflussen und neu zu programmieren.

Image by Kasper Rasmussen on Unsplash

 

Der Zustand der Hypnose ist eng verbunden mit dem
REM-Zustand (REM = Rapid Eye Movement), in den
du eintrittst während du träumst.

Wenn du träumst, erschafft deine Vorstellungskraft sehr real erscheinende Bilder, Geräusche, Gerüche und andere physische Wahrnehmungen. Tatsächlich ist der Traum die intensivste Form der hypnotischen Trance.

 

 

 

Der REM-Zustand programmiert dein instinktives Verhalten

REM – Rapid Eye Movement tritt nicht nur während des Träumens auf. In den letzten drei Monaten vor der Geburt im Mutterleib tritt der REM-Zustand am häufigsten auf. So weiß das Neugeborene sofort, was es tun muss, um Milch zu trinken, dass es schreien muss, um Aufmerksamkeit zu bekommen, Gesichtsausdrücke der Menschen in seiner Umgebung nachzuahmen, sich vor großen Höhen in Acht zu nehmen usw. Babies müssen diese Dinge nicht bewusst lernen. Sie “wissen” es einfach – instinktiv.
Daher ist es überaus sinnvoll diesen gleichen Zustand – nämlich REM – zu nutzen um angelernte, unerwünschte Reaktion (wie z.B. Phobien, soziale Ängste oder physische Reaktionen) umzulernen.

 

Der REM-Zustand kann außerhalb des Schlafes auftreten

REM kann erreicht werden, ohne dass du schläfst. Deine Vorstellungskraft ist sehr eng verbunden mit deinen Instinkten und deinem Unterbewusstsein und damit können auch deine Körperfunktionen nicht zwischen Realität und Vorstellung unterscheiden.

So haben wir sicher alle schon einmal erlebt, dass wir einfach an etwas Angsterregendes oder Ärgerliches denken und unser Puls nach oben geht, so als würde dies tatsächlich gerade geschehen. In Wahrheit denken wir nur daran und sitzen vielleicht gerade gemütlich auf dem Sofa. Oder du denkst an einen vergangenen, peinlichen Moment und wirst rot, obwohl die Situation schon lange Geschichte ist.

REM kann z. B. eintreten, wenn wir von etwas überrascht werden und schockiert sind wie z.B. durch einen Autounfall. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Obwohl alles ganz schnell geht, sitzt du in dem Auto und alles scheint dann in Zeitlupe abzulaufen – Slow Motion.

Da der REM-Zustand in solchen Momenten automatisch eintritt, ist die Chance groß, dass dein Unterbewusstsein darauf programmiert wird, zukünftig Fahrten mit dem Auto zu vermeiden oder zumindest eine Unsicherheit zu entwickeln.

REM ist immer ein Zustand mit fokussierter Aufmerksamkeit auf das, was gerade geschieht, im Alltag ausgelöst z.B. durch emotionale Momente wie z.B. Unfall, Diagnose einer schweren Krankheit, Verlassen werden durch den Partner und genauso durch Ereignisse dich sehr positiv beeinflussen. Positive Erfahrungen hinterlassen genauso ihre Eindrücke. In diesen Momenten sind wir nur auf diese eine Sache fokussiert und alles andere in unserem Umfeld verblasst. Das ist der Zustand der Trance.

 

Wie wirkt Hypnose?

Hypnose nutzt diesen Zustand der fokussierten Aufmerksamkeit. Im Rahmen der ursachenauflösenden Hypnose wird das alltägliche “Geschnatter” deines Geistes wird beruhigt und dadurch wird es einfacher, deine Gedanken auf das zu lenken, was du verändern möchtest.

Du fokussiert dich auf dein Ergebnis und durch die Entspannung blendest du alles andere aus.

 

In der Hypnose trittst du in ein Stadium ein, das deine normalen bewussten Anstrengungen ein Ziel zu erreichen übertrifft – so als wärst du von etwas absorbiert, was deine Aufmerksamkeit komplett auf sich zieht. Ein Zustand der Trance ist im Alltag oftmals dann vorhanden, wenn du etwas tust, was du liebst und genießt z.B. Lesen eines guten Buches, Schauen eines großartigen Films, Sport machen oder ein Instrument spielen.
In all diesen Momenten verschwimmt unser Umfeld und wir sind komplett erfüllt und absorbiert von der Tätigkeit, die vor uns liegt.

Hypnose ist ein sicheres und hoch wirkungsvolles Werkzeug, um unser Unterbewusstsein positiv zu programmieren und dadurch hilft damit

  1. Verhaltensänderungen zu ermöglichen
  2. Gedankliche Strukturen neu zu verknüpfen
  3. Unproduktive Einstellungen und Haltungen zu korrigieren
  4. Affektive Muster zu verändern (minimieren, verstärken, neu konditionieren)
  5. Emotional belastende Ereignisse und Empfindungen zu restrukturieren
  6. Physiologische / biochemische Veränderungen für Heilungsprozesse zu fördern

Hypnose ist in USA und Großbritannien seit den fünfziger Jahren als Therapieverfahren anerkannt und Deutschland hat 2006 nachgezogen.

 


Weiterführende Beiträge:


Anne Lissmann Heilpraktikerin für Psychotherapie – Hypnosetherapeutin – Rapid Transformational Therapist

Dein Kontakt zu mir

Beitragsbild: Image by David Zydd on Pixabay

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments